Sehr kurzfristig wurden wir von einem ehemaligen österreichischen (EBM)-Missionar, Dr. Günther S. Nach Mosambik in ein Projekt eingeladen, um dort für 2 Wochen mitzuarbeiten. Als wir nach unserem Krüger-Urlaub am Sonntagabend zurück kamen, besprachen wir mit Günther alle einzelheiten und erfuhren, dass wir am besten am Montag nach Maputo aufbrechen sollten. So fuhren wir am Montag mit Mirjam (Strecker) wie die Wilden durch Pretorias Straßen. Zuerst Passbild besorgen, dann auf die Botschaft – Formular abgeben, Geld auf die richtige Bank einzahlen, endlich eingezahlt kamen wir mit dem Beleg zur Botschaft zurück, dort warteten bereits unsere Pässe mit dem gültigen Visum, anschließend ging’s zur Busstation um unsere Tickets für den Nachtbus zu besorgen. Zurück bei Streckers machten wir uns ans einpacken und noch die letzten E-Mails verschicken bzw. Blogeinträge hochladen. Dann ging’s schon wieder ab ins Auto mit Alex und Joel (der älteste Sohn von Streckers) zum Judo-Kurs und danach zum Bus, wo dann schließlich der Stress nachlies und die Reise nach Mosambik beginnen konnte.
Als wir um 3 Uhr in der Früh die Grenze erreichten, wurden wir alle aufgeweckt und aus dem Bus gescheucht – wir wussten zuerst gar nicht was los ist und ob wir jetzt auf Drogen untersucht werden oder was mit uns passiert. Wir mussten die Grenze zu Fuß passieren. Nachdem unsere Pässe inspiziert, eingescannt und bestempelt wurden, durften wir die Grenze passieren. Auf der Grenze wurden wir gleich mal von den Wachmännern auf portugiesisch angequatscht – wir verstanden zuerst garnichts und meinten zu ihnen, dass wir kein portugiesisch sprechen – da waren sie schon sehr verwundert, was jemand in ihrem Land macht, der nicht mal ihre Sprache spricht! Als wir die Fahrt fortsetzten und die Sonne langsam aufging konnten wir unseren Augen kaum glauben, was wir vom Bus aus sah, die Straßen waren echt schlecht und die Häuser total heruntergekommen, auf dem Wegrand fuhren Menschen mit FAHRRÄDERN!!, spazierten mit riesigem Gepäck auf ihrem Kopf den Weg entlang oder schoben einen Karren vor sich her. Alle Frauen trugen bunte Tücher um ihre Hüften (keine Einzige war mit einer Hose zu sehen), die Kinder wurden ganz anders auf die Rücken geschnallt als in Südafrika, so viele Menschen ohne Schuhe und löchrigen T-shirts – wir waren echt geschockt, dass wir 9 Monate lang in Südafrika in der Illusion lebten in Afrika zu sein und nun ein ganz anderes Bild von Afrika zu sehen bekamen. Natürlich war uns bewusst, dass Südafrika das (nach Ägypten) zweitreichste Land Afrikas ist, doch waren wir auf so einen krassen Unterschied nicht gefasst. In Maputo kamen wir 2 Stunden zu früh an. Da wir kein funktionierendes Handy hatten, beschlossen wir auf Günther (den Missionar, der uns nach Mosambik einlud und uns bei der Busstation abholte) zu warten. Wir gingen zur nächsten Bank um etwas Geld zu holen, dort stellten wir uns in die Schlange, die sich bereits vor der (noch 45 Minuten) geschlossenen Bank bildete. Dort kamen wir mit ein paar Einheimischen ins Gespräch (die englisch sprachen). Als schließlich die Bank öffnete, bekamen wir von der Dame am Schalter ein Formular zum ausfüllen, damit man Geld abheben kann – wir schauten uns an lachten über das portugiesische Formular und beschlossen doch wieder zurück zur Busstation zu gehen, um auf Günther zu warten. Dort angekommen sprach uns ein Mitarbeiter der Busfirma (ein schwarzer Mosambikaner) auf Deutsch an. Wir waren so überrascht und konnten es gar nicht fassen, dass wir hier gleich auf Deutsch angequatscht werden. Wie wir später erfuhren, sprechen hier viele Afrikaner auch Deutsch, weil viele von ihnen zur Ausbildung oder als Arbeiter in die damalige DDR geschickt wurden.
Nach 2 Stunden, wurden wir von Günther abgeholt und gemeinsam fuhren wir zum Supermarkt, um die letzten Besorgungen zu machen. Beim Einkaufen sahen wir sehr viele Produkte, die aus SA importiert werden. Äpfel gibt’s nur aus SA und sind daher im Gegensatz zu den regionalen Bananen und Orangen um einiges teurer! Wir merkten, wie sehr wir uns schon auf die afrikanische Währung gewöhnt haben, als wir plötzlich mit der mosambikanischen Währung (Medicash) konfrontiert wurden. 1 Euro sind ca. 10 Rand/48 Medicash. Auch wurden wir von Günther gleich mal in die Kunst des Lebensmittel-Einkaufs eingeführt. In Mosambik und zum Teil in SA ist es nicht immer preiswerter die größere Packung zu kaufen (statt 500g Reis zwei kleine Packungen mit je 250g können schon mal billiger sein) – daher ist es immer wichtig, die Preise zu vergleichen. Als wir alles besorgten, ging’s mit dem „four by four“ nach Macia!
Macia!
Macia ist ein kleiner Ort und ca. 120 km nördlich von Maputo entfernt. Dort gibt es ein EBM-Projekt für Waisenkinder und Weiterbildungen (hier wurden schon Computer-, Näh- und Englisch-Kurse für die Einwohner von Macia angeboten, die aber zurzeit eingestellt wurden). Für die Kinder gibt es täglich nach der Schule etwas zu Essen und ein betreutes Nachmittagsprogramm. Ein Waisenhaus und ein weiteres Gebäude sind gerade im Bau. Sobald dieses fertig ist, können die Kinder, die derzeit nur zur Nachmittagsbetreuung kommen können, in das Waisenhaus einziehen. Dort bekommen sie die nötige Aufmerksamkeit, Pflege und Liebe, die sie für ihre Entwicklung brauchen. Das Hauptproblem ist jedoch, dass das Projekt jemanden braucht, der die Arbeiter geschickt delegiert und anleitet und das Projekt in Schwung hält. Da Günther nur während seines Urlaubs im Projekt ist, geht die Arbeit nur langsam voran und auch die Fertigstellung des Waisenhauses muss noch auf sich warten.
Martina half der Köchin das Mittagessen, für die Waisenkinder zuzubereiten und bei den täglichen arbeiten im Gemüsegarten. Christoph half etwas im Computerraum und half Günther so gut es geht beim Hausbau.
Martina war total begeistert ein paar mosambikanische Gerichte zu lernen. In Mosambik wird sehr viel (einheimischer) Reis, Kokosnuss und Fisch gegessen. Auch die Küchengeräte, die hierzulande verwendet werden sind so anders und total spannend. Es gibt z.B.: einen Schemmel zum Kokosnuss-Fleisch-rauskratzen, riesen Mörser mit denen Nüsse oder Hülsenfrüchte zerstampft werden, geflochtene Schüsseln mit denen man die geriebene Nüsse (groben Anteil vom feiner geriebenen Anteil) trennen kann. Auch die Tatsache, dass wir immer vor dem Haus das Wasser holen mussten, weil es in der Küche kein fließendes Wasser gab, war etwas ganz neues.
Die größte Herausforderung war jedoch für Martina das Plumpsklo, dass so schrecklich stank. Doch auch das war eine heilende Erfahrung, denn so lernt man das Klo mit Wasserspülung wieder richtig zu schätzen.
Beira
Nach unserer Arbeit in Macia wurden wir von dem derzeitigen (EBM-)Missionarspaar, den Melos nach Beira (700 km von Maputo entfernt) eingeladen, wo derzeit auch die anderen drei Volontäre (Luisa, Lisa und Bea) wohnten und arbeiteten. Einen ganzen Tag verbrachten wir dafür im Bus um nach Beira zu kommen. Wir fuhren auf Straßen mit riesigen Schlaglöchern, auf Sandstraßen kamen an kleinen Dörfern vorbei, wo die EinwohnerInnen ganz verwundert den Bus hinterherschauten, Kinder winkten. Meistens sind kleine Strohhütten am Straßenrand, wo die Menschen noch ganz „unberührt“ ihr einfaches Leben (ihrer Hütte und ihrer Kokospalme) leben. Wir hatten so eine tolle Aussicht während der ganzen Busfahrt – Kokospalmen wo man hinschaut und an Orangenplantagen, Zitronenbäumchen und blühenden Mangobäumen vorbei. In Beira wurden wir mit Isabells Kochkünsten verwöhnt und hatten auch so eine wunderschöne Zeit mit dem Missionarspaar und den drei Volontärinnen.
Mit vielen Eindrücken und echt super Erlebnissen kamen wir schlussendlich am 20. August nach Jo’burg zurück. Am nächsten Tag ging’s mit unseren Mentorinnen und den anderen Volontären zur End-Auswertung.
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beira christoph luisa lisa bea isabel und eduardo melo
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beira isabels kuche garnelen
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beira martina auf der kokosnuss palem
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beira martina bea
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beira mit eduardo kindergarten besucht
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beira mit eduardo kindergarten besucht 2
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beira spieleabend
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beira strand
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beira strand 2
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beira strand 3
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ein karren voll zuckerrohre
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macia arbeiten im gemusegarten
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macia gunther beim hausbauen
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macia martina gunther und christoph beim gottesdienst
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macia mittagessen mit den waisenkinder 2
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macia mittagessen mit den waisenkindern
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macia plumsklo
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macia plumsklo 2
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macia sarah beim kokosnussraspeln
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macia spielen mit den waisenkindern
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macia strandbesuch
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macia strandbesuch 2
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